Das Experiment
Psychothriller | D 2001
Thriller, der in die Abgründe der menschlichen Psyche führt und dem Zuschauer keine Chance lässt, sich sicher zu fühlen. |
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"Fast perfekt inszenierter Psychofilm"Eine Kritik zu "Das Experiment" geschrieben von Nils Oliver Hirschbiegels Das Experiment aus dem Jahr 2001 ist wohl einer von Deutschlands 10 größten Kultfilmen aller Zeiten. Der immernoch nachhallende Psychothriller war zugleich sein Zugang zum internationalen Filmgeschäft. Hirschbiegel führte unter Anderem vor 2 Jahre Regie bei dem Film Invasion mit Nicole Kidman. In Das Experiment bewies er tatsächlich, dass er alle notwendigen Hollywood-Ambitionen hat, denn dieser topbesetzte Thriller steht vielen Genrerefernzen in nichts nach!
Alles dreht sich um den sympathischen Taxifahrer Tarek (sehr sympathisch von Moritz Bleibtreu dargestellt). Er möchte wieder in seinen Beruf als Journalist eintreten und sieht seine Chance in einer Annonce, die ihm 4000 D-Mark für die Teilnahme an einem zweiwöchigen Experiment verspricht. Ausgerüstet mit einer Spionage-Kamera im Brillengestell will er den streng geheimen Ablauf für die Medien transparent machen. In dem Experiment werden die rund 20 Teilnehmer in 2 Gruppen eingeteilt. Die einen sind Wärter, die anderen Häftlinge. Gefängnisalltag wird simuliert. Was allerdings schon an Tag 2 hinter den Kulissen passiert, ist unvorhersehbar und unglaublich. Das Experiment gerät in kürzester Zeit außer Kontrolle...
Zweifelsohne bietet Das Experiment ein rasantes Tempo. Immer wieder treiben die Ereignisse den Puls in die Höhe. Die Angst der Häftlinge, der Hass der Wärter und die Unsicherheit der Wissenschaftler springt einfach auf den Zuschauer über. Er leidet mit den Probanden und wird von der düsteren Atmosphäre gefesselt. Die Besetzung gelang Oliver Hirschbiegel schlicht und ergreifend perfekt. Nicht nur Moritz Bleibtreu, auch Andrea Sawatzki, Justus von Dohnanyi, den Filmpire am Set von Hardcover treffen durfte, sowie Christian Berkel spielen ihre Rollen 100%ig hingebungsvoll. Hier treibt das darstellerische Talent buchstäblich einen kalten Schauer über den Rücken. Einem Psychothriller wie diesem tut dies sehr gut.
Als gut gelungen empfinde ich auch die Parallelhandlung mit Tareks neuer Freundin, die dem brutalen Treiben hinter den künstlichen Gefängnismauern auf die Spur kommt. Barbarische Folterszenen, die durch die Einblendung der Zeitangabe wie "Tag 3" einen noch dramatischeren Unterton bekommen, wechseln sich mit stimmungs- und gefühlvollen Rückblenden ab. Zudem bleibt Das Experiment zu jeder Sekunde glaubwürdig. Hirschbiegel wird niemals überheblich und verwendet von Anfang bis Ende genau das richtige Tempo. Alles richtig gemacht! Das Experiment ist wirklich ein Exempel für schaurig schöne Psychothriller. Einer der wenigen Filme, über die man nach Ansicht gerne noch Nachforschungen anstellt und zugleich ein Werk, das durch seine immense Power neue schauspielerische Talente fördert oder zumindest "alten Hasen" die Möglichkeit gibt, oscarreife Ausdauer an den Tag zu legen.
09/10
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Filminfo
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OT: Das Experiment
Regie:
Oliver Hirschbiegel
Drehbuch:
Mario Giordano, Christoph Darnstädt, Don Bohlinger
Produktion: Norbert Preuss, Marc Conrad, Friedrich Wildfeuer
Cast: Moritz Bleibtreu, Christian Berkel, Edgar Selge, Andrea Sawatzki, Maren Eggert, Justus von Dohnanyi, Timo Dierkes, Nicki von Tempelhoff, Antoine Monot Jr FSK: ab 16 Jahren Länge: 114 Minuten Start: 08.03.2001
DVD/Blu-Ray: 07.08.2009 (mehr)
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