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Breaking Bad - Season 1
Tragikomödie | USA 2008
Emmy®-Preisträger Bryan Cranston spielt Walter White, einen vom Pech verfolgten Chemielehrer, der verzweifelt versucht, seine Frau und seinen körperlich behinderten Sohn durchzubringen.
Story | Kritik | Bilder | Disc | Trivia | Zitate | Fehler | Ende
"Oscarreife Leistungen von allen Beteiligten!"

Eine Kritik zu "Breaking Bad - Season 1"
geschrieben von Nils

Der amerikanische TV-Sender AMC ("American Movie Classics") versucht gerade, sich neu zu erfinden. Den Serien Mad Men - mittlerweile mit 3 Golden Globes prämiert - und nun auch Breaking Bad sei Dank, dass AMC jetzt bei den ganz Großen mitspielt und zwei richtig heiße Eisen im Feuer hat. Mit Emmy®-Preisträger Bryan Cranston (bekannt aus Malcolm Mittendrin) haben sie die Idealbesetzung für eine Serie gefunden, die uns alle etwas angeht. In Breaking Bad geht es nämlich um, das vor dem sich alle irgendwann fürchten: Die Midlife-Crisis.

Walter White ist eine sehr blasse Figur. Er mag seinen Job als Chemielehrer nicht mehr, weil sich die Schüler zu Tode langweilen und nebenbei muss er noch Autos waschen gehen, um Geld dazu zu verdienen. Selbst zuhause kriselt es schon lange. Dann die Horrordiagnose: Walter leidet an tödlichem Lungenkrebs. Doch Walter hat jetzt nichts mehr zu verlieren. Ganz im Stil von American Beauty gibt er sein Spießerleben auf. Walter wird zu einem unsichtbaren Strippenzieher im gefährlichen Geschäft mit der Droge Crystal Meth.

Seine exzellenten Chemiekenntnisse kommen ihm dabei sehr zugute. So reines Meth hat sein ehemaliger Schüler und neuer Partner Jesse noch nie gesehen. Zusammen wollen sie das große Geld machen, welches Walter seiner Familie hinterlassen wird. Doch aller Anfang ist schwer. Die Zwei müssen Abnehmer finden, sich Feinde vom Hals halten - darunter der DEA-Fahnder und Walters bester Freund Hank -, sowie lernen, miteinander klarzukommen.

Dass ein starker Fall von Midlife Crisis im Drogengeschäft endet, mag kein typischer Weg sein und erstmal äußerst unglaubwürdig klingen. Breaking Bad erzählt die Geschichte des 08/15-Charakters mit Drang zur Selbstverwirklichung jedoch glaubwürdig und seriös. Die erste Staffel, die leider nur 7 Episoden umfasst, beginnt mit Walters Flucht vor der Polizei. Er trägt eine Gasmaske und rast am Steuer eines Wohnmobils durch die Wüste. Er ist nur mit einem grünen Hemd und Unterwäsche bekleidet. Wie konnte es dazu kommen? Breaking Bad rollt dann die Geschichte vom Anfang auf.

Das wohl größte Plus der Serie und der wohl wichtigste Zuschauermagnet sind die Darsteller. Dass Bryan Cranston so ein begnadeter Schauspieler ist, hätte ich im Leben nicht vermutet. Er mimt den frustrierten Chemielehrer schlichtweg perfekt, obgleich Cranston privat ein sehr fröhlicher und lebenslustiger Mensch ist. Aber auch sein Sohn Walter Jr. und seine Frau Skyler werden ergreifend und mit Herzblut gespielt. Beeindruckendes Casting. Hut ab!

Bei Breaking Bad muss man einfach dranbleiben. Die Serie ist immens spannend inszeniert. Man merkt, dass sehr kreative und clevere Köpfe dahinterstecken. Ich habe noch nie gesehen, wie jemand mit Chemikalien eine Leiche in Luft aufgelöst hat. Breaking Bad macht so etwas möglich! Die ganze Zeit sitzen Walter Angst und Gefahr im Nacken. Mehrmals droht er aufzufliegen oder von bewaffneten Drogendealern umgenietet zu werden. Gleichzeitig schnüffelt sein Freund Hank von der Drogenfahndung unentwegt in der Drogenszene herum. Hoher Puls garantiert! Schade nur, dass die Serie das riesige Niveau nicht immer halten kann und manchmal in Sachen Tempo etwas ins Stocken gerät.

Drahtseil-Nerven à la Prison Break muss man bei AMCs Breaking Bad nicht haben. Dafür bietet die Serie aber jede Menge Dramatik, schwarzen Humor und bitterböse Ironie. Die Dialoge sind vom Feinsten, äußerst realistisch und wirken wie auf die Schauspieler zugeschnitten. Es macht Spaß sich wie bei Die Sopranos abwechselnd auf Walters Familienprobleme und dann wieder auf das Geschäft zu konzentrieren. Gleichzeitig beeindrucken die immer unerwarteten Ereignisse und Wendungen, in denen der ehemals so unscheinbare Walter White sein volles Potential ausschöpft. Die Serie ist mittlerweile in die zweite Staffel gestartet und wird dem Sender sicherlich noch viel Glück bescheren. Wenn Breaking Bad sich konstant so weiterentwickelt wie Weeds, dann kann ich die neuen Folgen kaum erwarten.


08/10
        Filminfo
OT: Breaking Bad
Regie: Vince Gilligan, High Bridge, Adam Bernstein
Drehbuch:
Produktion: Vince Gilligan, Marc Johnson
Cast: Bryan Cranston, Anna Gunn, RJ Mitte, Aaron Paul FSK: ab 16 Jahren Länge: Je 45 Minuten Start: Kein Kinostart DVD/Blu-Ray: 19.03.2009 (mehr)
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