Sophie Scholl - Die letzten Tage
Drama | D 2004
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"Schlicht und einfach ein Meisterwerk aus deutschen Landen"Eine Kritik zu "Sophie Scholl - Die letzten Tage" geschrieben von Nils In den letzten Jahren fand mit "Napola", "Der Untergang" oder "Sophie Scholl - Die letzten Tage" wieder das Thema Nationalsozialismus Einzug ins deutsche Kino. Nicht nur, dass die Säle ausverkauft waren, es gab auch Oscar-Nominierungen und internationale Anerkennung für die historischen Rekonstruktionen. Wir wollen uns heute mit einer der berühmtesten Widerstandskämpferinnen des zweiten Weltkriegs befassen: Sophie Scholl und ihr Bruder leisteten friedlichen Widerstand gegen das Nazi-Regime, bemalten Mauern, verteilten klammheimlich Flugblätter und doch hatten die desillusionierten Nazis nach ihrer Festnahme kein Verständnis. Sophie Scholl und ihr Bruder wurden wenige Tage später unmenschlich grausam hingerichtet.
Unmittelbar nach dem Vorspann zieht der Film schon in seinen Bann. So setzt das Kriegsdrama nämlich erst kurz vor der bekannten Flugblattaktion in der Uni an und lässt alles davor Geschehene einfach aus. Der Streichorchester-Soundtrack im Hintergrund kreiert gleich eine unheimlich tiefe, fesselnde Atmosphäre und schon wenige Sekunden nach dem Uni-Vorfall befinden sich Sophie und ihr Bruder in den nervenzermürbenden Gestapo-Verhören, in denen Robert Mohr das bloß 21 Jahre alte Mädchen mit messerscharfen Fragen angreift und beinahe ihre Tarnung aufdeckt bis dann doch eh alles schiefläuft. Ein Großteil des Films spielt im Verhörzimmer des Beamten Mohr, wobei die Dialoge auf bislang unveröffentlichten Originalprotokollen und Befragungen von Zeitzeugen beruhen.
Bei Mohrs eiskalten Versuchen, die ganze Widerstandszelle aufzudecken, stirbt der Zuschauer mit den Scholl-Geschwistern tausend Tode. "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ist eine schnörkellose, tragische Nacherzählung der wahren Geschichte, die man sich nur mit weit geöffneten Augen und erhöhtem Pulsschlag ansehen kann - auch wenn oder gerade weil man das Ende schon kennt. Dass das Drama mit Newcomer Julia Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei") und Alexander Held ("Der Untergang") hervorragend besetzt wurde, ist eine klare Sache. Mitten in dem dramatischen Verhör zwischen den beiden stehen elementare Fragen nach Gott und ob man sich vom Gewissen oder vom Gesetzt leiten lassen sollte. "Sophie Scholl - Die letzten Tage" antwortet in einer klar verständlichen Symbolik.
Es ist spannend, der Widerstandskämpferin der "Weißen Rose" bei dem Psycho-Kampf um Gerechtigkeit zuzuhören, es ist traurig, ihrem unausweichlichen Ende entgegenzusehen und es ist erschreckend zu erfahren, dass Nazis, die jeglichen Sinn für Realität verloren haben und verzweifelt am Endsieg festhalten, das Fallbeil auspacken, um die Frau umzubringen, die sie beinahe mit ihrem freien Denken angesteckt hat. Darüber hinaus bietet "Sophie Scholl - Die letzten Tage" eine der meisterhaftesten Schlussszenen, die ich je gesehen habe.
Dass dieser Film extrem schwer im Magen liegende Kost ist, sollte man sich vorm Ansehen verinnerlichen. "Sophie Scholl - Die letzten Tage" berührt tief im Herzen - ohne erhobenen Zeigefinger. Wer in diesem genial gecasteten, atmosphärischen und spannenden Werk nicht die Stirn runzeln und tief schlucken muss, hat den Sinn nicht verstanden.
09/10
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Filminfo
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OT: Sophie Scholl - Die letzten Tage
Regie:
Marc Rothemund
Drehbuch:
Fred Breinersdorfer
Produktion: Christoph Müller, Sven Burgemeister, Marc Rothemund, Fred Breinersdorfer
Cast: Julia Jentsch, Fabian Hinrichs, Alexander Held, Johanna Gastdorf, André Hennicke, Florian Stetter, Johannes Suhm, Maximilian Brückner, Jörg Hube FSK: ab 12 Jahren Länge: 116 Minuten Start: 24.02.2005
DVD/Blu-Ray: 23.09.2005 (mehr)
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