Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra
Mafia-Drama | Italien 2008
Macht, Geld, Blut. Damit werden die Einwohner der Provinzen von Neapel und Caserta tagtäglich konfrontiert. Italiens Oscar-Beitrag |
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"1A Italien Import"Eine Kritik zu "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" geschrieben von Nils Gomorrha ist die Adaption des Millionen-Bestsellers von Roberto Saviano. Er selbst und Regisseur Matteo Garrone müssen bis dato unter ständigem Polizeischutz leben, da die Camorra sie im wahrsten Sinne des Wortes auf die Abschussliste gesetzt haben. Wenn einem in Süditalien die Mafia im Nacken sitzt, dann gibt es wohl wirklich "kein Entrinnen". Das lässt einen dieser realitätsnahe Film jedenfalls glauben. Gomorrha ging 2009 bei der Oscar-Verleihung in der Kategorie "Bester ausländischer Film" an den Start und hat auch ohne die Nominierung schon viel Fans gefunden. Martin Scorsese ist einer davon.
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer Zeuge eines blutigen Attentats. Die Camorra schlagen sogar bei der Maniküre und unter der Sonnenbank zu. Gomorrha lässt keinen guten Eindruck von Italien entstehen. Ein Urlaubsland sieht anders aus. Von verdreckten Landschaften, Geldwäschen, Morddrohungen und sonstigen illegalen Geschäften kriegt der typische Tourist natürlich nichts mit. Mitglieder der Mafia stellt man sich bis heute wie so einen Don Corleone oder Tony Montana vor. Dieses Drama hingegen zeigt ganz eindrucksvoll und glaubwürdig, wie es im 21. Jahrhundert in Süditalien WIRKLICH aussieht. "Nur wenn du stirbst, bist du wichtig", heißt es. Und jeder möchte sich einen Namen machen. Gomorrha erzählt von großen Haien und kleinen Fischen. Die Camorra machen vor niemandem Halt - und am Ende wird Blut fließen.
Tatsächlich dreht der Film erst am Ende so richtig auf. Vorher wird man langsam und ohne große Action oder Spannung in das Netz der Mafiosi und Opfer eingeführt. Hauptdarsteller ist da wohl der kleine Totò, der so gerne für einen großen Boss arbeiten und eine Waffe tragen würde, aber eigentlich noch zur Schule gehen muss. Er und die anderen Darsteller sind durch die Reihe erstklassige Nachwuchstalente. In Gomorrha spielen keine Hollywood-Stars. Das würde die Authentizität beeinträchtigen. Dieses Drama funktioniert so nämlich fast schon dokumentarisch. Klischees bleiben komplett außen vor. Nur das typisch italienische Gestikulieren erinnert einen an etwas, das man schonmal gesehen hat. Ohne Weiteres bekommen Zuschauer auf die Frage nach der Handlung von diesem Film keine Antwort. Es gibt keinen Helden, keinen 08/15-Spannungsbogen und keine Hollywood-Regeln, nach denen der Film zu funktionieren hat. Gomorrha fesselt konsequent aufgrund seiner überzeugenden Charaktere. Die blutigen Schlussminuten gehen unter die Haut. Man muss sich allerdings auf die erste - recht lahme - Hälfte einlassen können.
08/10
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Filminfo
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OT: Gomorra
Regie:
Matteo Garrone
Drehbuch:
Maurizio Braucci, Matteo Garrone, Ugo Chiti, Massimo Gaudioso, Roberto Saviano, Gianni Di Gregorio
Produktion: Domenico Procacci
Cast: Salvatore Abruzzese, Simone Sacchettino, Salvatore Ruocco, Vincenzo Fabricino, Gaetano Altamura, Italo Renda FSK: ab 16 Jahren Länge: 131 Minuten Start: 11.09.2009
DVD/Blu-Ray: 19.03.2009 (mehr)
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