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Cassandras Traum
Krimi | GB 2007
Zwei Brüder aus London lassen sich in ihrer Geldnot auf einen gefährlichen Deal mit ihrem steinreichen Onkel ein.
Story | Kritik | Bilder | Disc | Trivia | Zitate | Fehler | Ende
"Nicht wirklich außergewöhnlich, aber lehrreich"

Eine Kritik zu "Cassandras Traum"
geschrieben von Nils

Jeder noch erscheinende Film des 73-jährigen Woody Allen wird sich wohl an seinem Meisterwerk Match Point, einem seiner jüngeren FIlme, messen müssen. Zweifelsohne ist nämlich nicht alles Gold, was glänzt. Scoop war enttäuschend, Vicky Cristina Barcelona wiederum wurde von den Kritikern gelobt. Der Regie-Altmeister ist vielseitig - und seine Filme tragen eine ganz persönliche Handschrift. Cassandra's Traum ist ein simpler und doch unterhaltsamer Krimi mit dramatischen Elementen.

Der Vorspann lässt schon einen klassischen Film der 40er- oder 50er-Jahre erahnen. Die Moral von Cassandra's Traum ist tatsächlich sehr alt, aber wesentlich: Nur wer die Grenze überschreitet weiss, was sich dahinter verbirgt. Und wer sich auf einen Deal mit dem Teufel einlässt, verkauft seine Seele für nichts und wieder nichts. So ist es auch bei den zwei Brüdern Terry und Ian, die sich in Geldnot an ihren Onkel wenden müssen, welcher dafür etwas Unglaubliches verlangt.

Wie so oft in Woody Allens Filmen gibt es auch hier die Rolle einer erotischen Schauspielerin. Besetzt wurde diese allerdings zu unserer Überraschung nicht von seiner Muse Scarlett Johansson. Die ist hier gar nicht mit von der Partie. Kein Wunder: Die einzig wichtigen Figuren sind die der britischen Brüder Terry und Ian. Selbst Tom Wilkinson in dem Part des steinreichen Onkels hat nur einen kleinen Auftritt.

Interessant und typisch für Woody Allen: Die Schauspieler legen große Leistungen an den Tag. Und so identifiziert man sich mit den Figuren des Films, noch lange bevor ein Konflikt absehbar ist. Vorzeichen und böse Omen wie Unwetter locken den Zuschauer bisweilen auf eine falsche Fährte, ehe es doch so kommt wie es kommen muss und das Unheil seinen Lauf nimmt. Cassandra's Traum analysiert die Psyche des Menschen, der sich in seiner Not nicht anders zu helfen weiß als sich auf einen Pakt mit dem Teufel einzulassen.

Schade, dass es keine Wendungen à la Match Point gibt. Cassandra's Traum ist eben simpel gestrickt und beschränkt sich auf das Wichtigste, nämlich das Tragische an eben jener Situation, in der zwei fast erwachsene Männer ihr Leben zerstören.


07/10
        Filminfo
OT: Cassandra's Dream
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Produktion: Letty Aronson, Stephen Tenenbaum, Gareth Wiley
Cast: Ewan McGregor, Colin Farrell, Tom Wilkinson, Hayley Atwell, Sally Hawkins, Mark Umbers, Clare Higgins, Phil Davis FSK: ab 12 Jahren Länge: 108 Minuten Start: 05.06.2008 DVD/Blu-Ray: 04.12.2008 (mehr)
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