Unbekannter Anrufer
Horror | USA 2006
Harmloser Job als Babysitter entpuppt sich für Jill als Spiel um Leben und Tod mit einem mysteriösen Anrufer. |
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"Hat man alles irgendwann schonmal irgendwo gesehen"Eine Kritik zu "Unbekannter Anrufer" geschrieben von Nils Es sollte ein ruhiger Abend vor der Glotze der steinreichen Arztfamilie Mandrakis werden, mit der die junge Jill ihre horrende Handyrechnung absteuern kann. Weit gefehlt! In Simon Wests ("Con Air", "Lara Croft: Tomb Raider") Horror-Thriller "Unbekannter Anrufer" wird aus dem Babysitter-Job ein Überlebenskampf, den irgendein nicht näher bekanntgemachter Psychopath mit Telefonanrufen beginnt. Die (große) Überraschung, die wir alle schon aus dem Trailer kennen: Der Perversling befindet im selben Haus wie die unschuldige Jill.
Das Szenario ist durchaus nicht neu. Egal ob in "Das Grauen kommt um Zehn" oder auch "Scream", Telefonterror inklusive Todeskampf kennen wir. Dennoch hat sich die Crew unter Führung von Simon West keinerlei Mühe gegeben, neuen Pepp in die Ausgangssituation zu bringen. Das Ganze beginnt auf einem unheimlich bedrohlich wirkenden Jahrmarkt, der als Ablenkung für einen widerlichen Mord dient. Damit wird zumindest schnell ein Spannungsbogen aufgebaut, da der Zuschauer noch nicht ganz weiß, was der Spuk soll. Dann beginnt die Storyline um die unschuldige Jill, die in dem immer dunklen Arzt-Anwesen das Fürchten lernt. Sämtliche Effekte in Sachen Sound und Bild zielen schon jetzt darauf ab, dass es hier zum Mord kommen wird.
Zuerst einmal fällt mir auf, dass der Film sehr kurz ist. Bei knappen 80 Minuten frage ich mich doch gleich zweimal, ob es der Spaß wirklich wert ist. Nun, aber es kommt ja nicht auf die Länge an, sondern auf die Qualität. Leider müssen aber auch hier Abstriche gemacht werden. Wir erleben den Abend der Jill Johnson fast wie live. Die meiste Zeit beobachtet der Zuschauer sie beim Rumlaufen, Rumsitzen, Telefonieren, Auskundschaften oder Angsthaben, bevor es in den wenigen letzten Minuten schließlich zum großen und spannenden Showdown kommt, der so schnell wieder vorbei ist, dass man kaum dreimal klatschen kann. Viel zu lange wird hier rumgetrödelt und irgendwelchen eingebildeten High-School-Tussen die ganze Aufmerksamkeit geschenkt, bevor es endlich richtig losgeht. Wie kommt das? War nach 70 Minuten Spielzeit das Budget gesprengt? Den Schluss, bei dem wir Jill mal nicht im Profil beim Fürchten sehen, finde ich nämlich richtig gut inszeniert, auch wenn West durchweg auf Horrorklischees von Anno Tobak zurückgegriffen hat. Die Kinder haben nicht einmal Sprechrollen und der mysteriöse Schattenmann läuft mal wieder langsamer als meine Urgroßmutter und verbreitet dennoch Terror. Was sollen solche Ausrutscher? Mir bleibt es schleierhaft. Dafür bietet das Ende, auch wenn es so schnell wieder vorbei ist wie die Interesse an den flachen Figuren, Hochspannung. Demnach: Gehirn abschalten, Spaß haben!
06/10
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